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Aktuelles Gespräch

Demokratische Willensbildung im Zeitalter der Klickraten

Das Bundeshaus steht auf einem digitalen Zahlenteppich aus Nullen und Einsen. Das Eingangsportal wird von Säulen aus zusammengerollten Zeitungen gestützt, die langsam am einstürzen sind. Über dem Eingangsportal steht das Wort Demokratie.
© Christa Heinzer

Die Medien sind eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Aus einer wachsenden Flut von Informationen, Fake News und Gerüchten wählen sie die relevanten Themen aus und ordnen sie ein. Was bedeutet es für die demokratische Willensbildung, wenn publizistische Grundsätze durch Algorithmen ersetzt werden und die Maximierung der Klick-Raten das oberste Prinzip bei der Auswahl und Verbreitung von Informationen und Meinungen ist?

 Datum Thema  Details 
17.08.2022  Das Geschäftsmodell der Plattformökonomie Informationen und Anmeldung
31.08.2022 Qualitätsmedien vor dem Ende? Informationen und Anmeldung
14.09.2022 Lösungsansätze: «Wir brauchen Governance und private Mündigkeit» Informationen und Anmeldung

 

Die Medien sind eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Aus einer ständig wachsenden Flut von Informationen, Fake News und Gerüchten wählen sie die relevanten Themen aus und ordnen sie ein (Gatekeeper-Funktion). Diese Aufgabe wird in der Schweiz wie in Europa durch öffentlich-rechtliche und durch private Medien wahrgenommen, wodurch Medienvielfalt und Meinungspluralismus gewährleistet werden.

Die privaten Zeitungen (ob Print oder digital) stehen seit einiger Zeit in einem harten Wettbewerb mit den digitalen Plattformen wie Google, Facebook, Youtube usw. Diese globalen Netzwerke vermitteln auch Informationen und Meinungen. Da sie diese gratis liefern, zerstören sie zunehmend das Geschäftsmodell der Bezahl-Zeitungen. Gleichzeitig ziehen sie immer mehr Werbegelder von den traditionellen Zeitungen ab. Es besteht die Befürchtung, dass der Untergang der traditionellen Zeitungen nur noch eine Frage der Zeit ist. Damit werden die globalen Plattformen zu den neuen «Gatekeepern» in der Demokratie. Sie – bzw. ihre Logarithmen – entscheiden darüber, welche Informationen und Meinungen «relevant» sind und verbreitet werden.

Was bedeutet diese Entwicklung für die demokratische Willensbildung? Was bedeutet es, wenn publizistische Grundsätze durch Algorithmen ersetzt werden bzw. wenn die Maximierung der Klick-Raten das oberste Prinzip bei der Auswahl und Verbreitung von Informationen und Meinungen ist?